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Prinzessinengärten

Prinzessinengärten

Projektziel:

Der Prinzessinnengarten ist eine soziale und ökologische urbane Landwirtschaft und befindet sich am Moritzplatz in Berlin- Kreuzberg. Auf einer jahrzehntelang brachliegenden Fläche werden heute gemeinschaftlich über 500 verschiedene Gemüse- und Kräutersorten mitten in der Stadt angebaut. Angefangen haben wir im Sommer 2009, als über hundert Freiwillige diese verwarloste Fläche vom Müll befreit haben. Seither wurde mit der Unterstützung von Tausenden von HelferInnen die vergessene Brache in einen lebendigen Nutzgarten verwandelt. In einem Bezirk mit hoher Verdichtung, wenig Grün und vielen sozialen Problemen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Nachbarn, interessierte Laien, passionierte Gärtner und Freiluftenthusiasten – mit einem Wort alle, die wollen – in dieser sozialen und ökologischen Landwirtschaft in der Stadt gemeinsam mit uns Lernen, wie man lokal Lebensmittel herstellt und gemeinsam einen neuen Ort urbanen Lebens schafft.

Mehrwert:

Der Prinzessinnengarten ist mehr als ein Garten in der Stadt, in dem Nutzpflanzen angebaut werden. Mit der Zeit haben sich zunehmend Aktivitäten und Projekte im Garten angesiedelt.
Sie sind meist praktischer Natur, befragen aber gleichzeitig unsere Art zu Leben. Ob Kompos­tiermethoden, Bienenhaltung oder Workshops zum Selber­machen, neben der Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten geht es oft auch darum, wie wir lokal, selbstorganisiert und mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln drängenden Herausforderungen unserer Zeit begegnen können. Wer in der Stadt anfängt Gemüse anzubauen, der entdeckt unter dem Pflaster einen ganzen Planeten. Gerade die aktive Verbindung zur Produktion von Lebensmitteln, die der Garten vor der eigenen Haustür und sinnlich erfahrbar herzustellen vermag, eröffnet ein weites Feld von Fragen. Welche Auswirkungen hat unsere Art zu Essen auf den Klimawandel? Welche Beziehung stellt das Gericht auf unserem Teller zwischen uns und dem rapiden Verschwinden der Artenvielfalt, der Monopolstellung einzelner globaler Akteure der Agrarindustrie, der maßlosen Verschwendung von Ressourcen, dem Aussehen unserer Städte und den prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen anderer Menschen her?
Urbane Gärten bearbeiten auf ihre pragmatische Art nicht nur weitergehende gesellschaftliche Fragen, sie können selbst Auslöser von Diskussionen über gesellschaftlich relevante Themen sein. Eines davon ist Beispielsweise das Thema Gemeingüter, das der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld mit seinem Namen aufgreift.

Team:

Der Garten verdankt sein Entstehen dem uneigennützigen Engagement von Hunderten von Helfern, Unterstützern, Spendern und Freunden. Getragen wird der Garten von der gemeinnützigen GmbH Nomadisch Grün. Mit den Überschüssen aus Gartengastronomie, Gartenbau, Beratungen, Führungen, Vorträgen, Buch- und Bildverkäufe tragen unsere eigenen wirtschaftliche Aktivitäten wesentlich dazu bei, den Garten und seine Bildungs- und Beteiligungsangebote zu finanzieren.
Haupziel unserer Arbeit sind niederschwellige Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten. Nomadisch Grün arbeitet an der Entwicklung von urbanen Gärten als Orten gemeinsamen Lernens. Die Aktivitäten sind offen für alle und reichen vom Säen, Pflanzen, Ernten über die Saatgutgewinnung, das Verarbeiten und Konservieren des Gemüses, das Halten von Bienen und den Aufbau eines Wurmkomposts bis hin zum Entwicklung neuer Anbaumethoden im Selbstbau. Bei all dem sind wir selber keine Profis oder Experten. Durch gemeinsames Ausprobieren und das Austauschen von Erfahrungen und Wissen eignen wir uns nicht nur alte Kulturtechniken wieder an, sondern lernen gleichzeitig gemeinsam vieles über biologische Vielfalt, Stadtökologie, Klimaanpassung, Recycling, nachhaltiger Konsum und zukunftsfähige Formen städtischen Lebens.